Blick aus meinem Fenster
Das Ende ist meine Sache

Es war kalt auf der Terasse. Leyla blickte in die sternenklare Nacht, doch sie konnte kaum etwas erkennen, alles war so verschwommen. Sie fror und zitterte am ganzen Körper. eine Träne suchte ihren Weg über ihre Wange, ihr Kinn und ihren Hals. Leise schluchzte sie auf, sie konnte es nicht verstehen. Sie saß zusammengekauert und an die Wand gelehnt auf den eiskalten Fliesen. Sie trug nur einen Pullover und Jeans. Plötzlich schlang sie die Arme um die Beine und vergrub ihren Kopf zwischen den Knien. Sie begann laut zu weinen. Während sie bis zu diesem Zeitpunkt versucht hatte möglichst viele Tränen zu unterdrücken, ließ sie ihnen nun freien Lauf. Sie hinterließen dunkelgraue Linien auf ihrem sonst so strahlendem Gesicht. Die lange kastanienbraunen Haare waren durch den Wind zerzaust und hingen ihr stränig ins Gesicht.

"Leyla kommst du? Das Essen ist fertig!". Leyla zuckte zusammen. Schnell wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht und stand auf. Sie atmete tief durch, blickte noch einmal über die unter ihr liegende Stadt. Im Westen konnte sie die rot-orangene Sonne untergehen sehen. Sie ging hinein, durchs Wohnzimmer, durch einen schmalen Flur und gelangte letztendlich in die kleine Küche. Ihre Mutter stand am Herd und war dabei die Spaghetti auf die Teller zu verteilen. Leyla nahm die Teller und stellte sie auf den Esstisch. Ihr war eigentlich gar nicht nach Essen zu Mute, doch sie wollte ihre Mutter nicht beunruhigen. Nun saßen sie am Tisch, Leyla traute sich kaum vom Teller aufzublicken. Sie wollte nur noch verhindern, dass ihre Mutter bemerkt, dass sie geweint hatte. Der Rest war ihr egal, ab heute war alles egal. Es war vorbei.

10.11.09 18:37
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen





Gratis bloggen bei
myblog.de